† 16.01.2018 – 19:05:00 Nepomuks Todestag

Nach langen Tagen verhangener Himmel ist nun Sonne, wo der Wind zuvor nur Trübsinn kehrte.

 

Sie scheint für Dich, mein kleiner schwarzer Mann. Du, der heute vor 2 Jahren von uns gehen musste, fehlst heute noch genauso wie am Tag, als Dein Herzschlag erlosch. Ohne Dich wiegt die Last der dunklen Himmel schwerer als zuvor, fehlen Deine Bubenstreiche, Dein Vertrauen und Deine Gutmütigkeit, Deine Fähigkeit zu fühlen und ein Lachen zu schenken. So unvergleichlich sanft und ruhend war Dein Gemüt, so einzigartig Deine Art mir zu erzählen; dann, wenn meine Hand Dich im Schlafe sanft umschloss und Deinen Träumen lauschte.

So liebevoll Dein Blick wenn sich unsere Augen trafen, voller Verstehen oder um etwas Bittend.

Niemals hast Du mit Deinem Schicksal gehadert, den Schmerzen die Dir das Leben schwer machten. Immerzu hast Du einen kleinen Schabernack geplant und uns mit dem Reichtum Deiner Ideen überrascht.

Nichts Böses wohnte in Dir, Deine Seele aus Seide und Sonne gemacht. Du und Dein Bruder Asrael wart „Die Geschwister Fürchterlich“, aber das  nur um Euch zu necken. Du meine kleiner Mann, hattest so viele Kosenamen über die Jahre erhalten, die in allem nur eins ausdrücken sollten: Meine Liebe zu Dir. Du und Dein Bruder waren in Eurer Art Balsam für meine Seele.

Du konntest nicht richtig Miauen, aber trotzdem konnte ich Dich verstehen. Du hast öfter mal geweint, wenn Dein Bruder grob im Spiel mit Dir war. Und es tat mir jedes Mal im Herzen weh und wenn Du wolltest, habe ich Dich getröstet.

So gut ich vermochte war ich für Dich und Asrael da. Du, lieber Nepomuk, hast es geliebt mit Bändchen aller Art zu spielen, und wenn ich nach Haus kam, mussten immer Papas Schnürsenkel dran glauben. Du warst das Gesssspenst, das nächtens mit der Pfote angelehnte Türen öffnete und Du liebtestest unter meiner Decke im warmen zwischen meinen Beinen zu ruhen.

Oft hast Du mich in Dein Putzritual mit aufgenommen, Dein Papa sollte auch schön sauber sein.

Das hat mir gezeigt, wie sehr Du mich geliebt hast. Die Art, wie Du in meinem Arm geschlafen hast war unnachahmlich. Das hat mich sehr stolz gemacht und tief berührt. Wir haben trotz Deiner Erkrankung so süß miteinander gespielt und stets war ein Augenblick, in dem Du mich Deine Zuneigung spüren ließest.

Oft, wenn Du auf meiner Brust gelegen hast, strecktest Du eine Tatze ganz vorsichtig aus und berührtest mein Gesicht mit so großer Vorsicht, das mir Deinen Krallen niemals Leid zugefügt hätten.

Wenn ich spürte das es Dir nicht gut ging sang ich Dir Dein „Nepi-Lied“, denn dann, das hatte der Papa versprochen, würde alles wieder gut werden. Aus Menschensicht war es nur eine einfache Melodie und ein einfachen Text, aber Du, meine kleiner Nepomuk hast es geliebt.

Unter Tränen sang ich Dein Lied an Deinem Todestag, als Dein Herz immer langsamer schlug bis es dann für immer verlosch.

Ich hielt Dich in diesen schweren Minuten und gab Dir die Wärme und Nähe so wie Du es von mir gewohnt warst. Ich hoffe das hast mich gefühlt und ich konnte Dir ein wenig die Angst vor diesem letzten Weg nehmen.

Ich habe lange gehofft das Du wieder gesund werden würdest und war oft beim Arzt mit Dir. Doch irgendwann war klar, das es nicht so sein würde.

Mit der einen Hand stütze ich Deinen Kopf und mit der anderen Hand spürte ich Dein Herz, wie es immer langsamer schlug. Bis es dann endgültig verstummte und Dein einst so liebender Blick im Tode brach.

An diesem Tag brach auch mein Herz und ich kehrte ohne Dich nach Hause zurück. Asrael begann Dich zu suchen. Ich fürchtete er würde Deinen Tod nicht überleben – und wenige Monate später war es dann auch so.

Bis zuletzt, als Asrael auch schon sehr schwach war, hat er Dich – seinen geliebtes Brüderchen, gesucht.

Ich konnte sehen das nach Deinem Tod aus Asrael ein müder Kater geworden war. Müde eines Lebens ohne sein geliebtes Brüderchen. Ich schenkte ihm all meine Aufmerksamkeit, all meine Liebe, doch ich konnte Nepomuk nicht ersetzen. Und so war es nur ein Frage der Kraft und der Zeit, wie lange er noch bei mir verweilen würde.

Und Du mein lieber Asrael warst nach Nepomuks Tod noch für 1,7 Jahre an meiner Seite, bis auch Du so krank wurdest, das ich Dich gehen lassen musste.

Ihr beide wart ein Wunder, nur für mich gemacht. Unsere Seelen klangen gleich und unsere Liebe füreinander war unendlich groß. Ihr fehlt mir, jeden Tag, jede Nacht, jede Stunde, jede Minute.

Ich weine oft um Euch.

Ich war ein Teil von Euch und ihr ein Teil von mir und das bis zum heutigen Tag.

Ich habe heute für Euch 2 Kerzen entzündet und Euer Lied gesungen; ich hoffe Ihr habt gespürt das ich Euch nicht vergaß.

Euer Katzenpapa

2 Brüder